Pilates in LA SOLEÁ – Newsletter September 25

Eine liebe Freundin erzählte mir vor einigen Tagen von dem Phänomen der „End of Summer Sadness“ – schon mal gehört?

Diese Mischung aus Dankbarkeit und Verlustgefühl – diese süsse Schwermut darüber, daß der Sommer leise, aber unaufhaltsam seine Koffer gepackt hat und auf dem Sprung ist. Dieses spätsommerliche Zittern im Gewebe der Zeit, die weiß, dass Schönheit nicht im Festhalten lebt, sondern im Loslassen.

Da ist dieser Rhythmuswechsel: Wenn die Sonne tief hängt und der Garten wieder stiller ist. Wenn sich die Blumen wie Tänzerinnen nach ihrem letzten Auftritt verneigen. Wenn sich in das tiefe Blau des Sommerhimmels langsam dieser Hauch von Grau einschleicht. Wenn die Vögel Kreise ziehen, als wollten sie von jedem einzelnen Lichtstrahl und jedem einzelnen Blatt Abschied nehmen, bevor sie sich auf ihre lange Reise machen. Wenn der Wind nicht mehr nach Sommer, sondern nach Übergang riecht. Nach Holzrauch, nach Ernte, nach Erinnerung… Dieser schmale Raum, irgendwo zwischen „nicht mehr hier“ aber „noch nicht dort“, zwischen „bleiben“ und „gehen“ – dieser leise Übergangsmoment, in dem wir kurz die Wahrheit berühren.

So real ist noch die Bräune auf der Haut und das unbeschwerte Lachen meiner Kinder, die die letzten frösteligen Tage im Freibad noch eisern ausnutzen, auch wenn sie die einzigen im ungeheizten Becken sind und mich bedröppelt fragen, warum wir eigentlich nicht an einem Ort leben können, an dem das ganze Jahr über Sommer ist?

Gar nicht so leicht, eine Antwort zu finden…

Ich kenne Menschen, die an solchen Orten leben und sich so nach den Jahreszeiten und ihrer Weisheit sehnen. Die es vermissen, sich auf sie einzulassen, wie auf eine alte, verlässliche Methode, die uns erinnert, daß wir ein Teil eines Kreises sind und daß das Ende des Sommers vielleicht eben dann besonders traurig ist, wenn der Sommer besonders schön war…

Vielleicht verabschiedet sich der Sommer, damit wir lernen können, Schönheit nicht im Festhalten zu suchen, sondern im Weitergehen. Damit wir lernen, nicht nur den Beginn, sondern auch das Ende zu lieben? Oder damit wir jedes Mal ein bisschen besser verstehen, daß jedes Ende im Verborgenen schon wieder einen Anfang in sich trägt?

Schon klar, man kann Tage nicht einfrieren, wie übrig gebliebenes Brot, aber dennoch: Den Geruch von Sommerregen und die kleinen und großen Momente die unseren Sommer schön gemacht haben, müssen wir ja nicht im Herbst zurücklassen! Vielleicht ist die Kunst ja, sie in den Alltag einzuweben und mitzunehmen? Sie in unsere Herbst-Routinen und -Agendas ganz konkret mit einzubeziehen und den Herbst auf diese Weise willkommen zu heissen?

Und wenn sie aber nun da ist, diese Stimmungsveränderung? Diese (im übrigen erst kürzlich wieder wissenschaftlich belegte) natürliche Reaktion der menschlichen Rhythmen auf Jahreszeiten? Trotz Kunstlicht und Büroalltag? Dann hilft aus neurobiologischer Sicht neben Licht am Morgen, günstiger Schlafroutinen und einer ausgewogenen Ernährung (genügend Vitamin D!) wiedermal vor allem eines als Anker um die mangelnde Produktion von Serotonin, Dopamin und Melatonin auszugleichen: Bewegung! Am besten achtsam, regelmässig und mit moderater Intensität. Na, klingelt’s?

In diesem Sinne freue ich mich sehr darauf, Euch ab kommender Woche wieder in meinen Pilatesklassen (Dienstag 10 Uhr und Mittwoch 21 Uhr) willkommen zu heissen und wieder mit Euch in unsere schöne wöchentliche Trainings-Routinen einzusteigen! Wie immer könnt ihr Euch präsential im Studio und online anmelden – falls ihr das nicht sowieso schon längst seid und in den Startlöchern sitzt 🙂

Ich wünsche Euch einen sanften Übergang und freue mich auf Euch im Studio!

Herzliche Spätsommer-Grüße,

Sybille 🦋